Dienstag, 11. September 2012

Pockenimpfung - Der harte Weg zur Immunisierung

Erst seit 1980 gelten sie als ausgerottet - die Pocken. Die Infektionskrankheit verbreitete sich im Laufe der Geschichte enorm - zwar gibt es nur Aufzeichnungen, die bis ins 15. Jahrhundert reichen, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit existierten die Pocken bereits vor 10.000 Jahren. Man fand nämlich an mumifizierten Leichen Ausschläge, die auf eine Pockeninfektion hinweisen.

Erster erfolgreicher Impfstoff gegen die Pocken

Allein in Europa starben im 18. Jahrhundert jedes Jahr zirka 400.000 Menschen an den Pocken - sowohl an dem Virus Variola major (echte Pocken) als auch dem Virus Variola minor (weiße Pocken). Doch 1796 gab es eine Wende - Edward Jenner, ein englischer Landarzt, stellte fest, dass Menschen, welche sich mit Kuhpocken infizierten, plötzlich gegen Pocken immun waren. Bei den Kuhpocken handelt es sich übrigens um eine harmlose Form des Vaccinia-Virus.

Edward Jenner nahm Tests mit Versuchspersonen vor, unter denen sich auch sein Sohn befand, und stellte fest, dass er mit seiner Vermutung richtig lag. Zunächst verabreichte der Landarzt den Versuchspersonen Kuhpocken und infizierte sie anschließend mit den aggressiven Pockenviren - und niemand erkrankte an den Pocken. Erstmals wurde ein Impfstoff gegen Pocken gefunden, der Erfolg versprach. Die Öffentlichkeit hatte jedoch zum Großteil Zweifel.

Kampagne für die Pockenimpfung gestartet

1966 wurde dann von der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) eine internationale Kampagne für die Pocken- und auch Masernimpfung ins Leben gerufen. Und 1975 trat der letzte Fall einer Pockeninfektion auf - die betroffene Person konnte erfolgreich behandelt werden. Zwar sind die Pocken seit 1980 ausgerottet, doch es war letztendlich ein harter Weg bis zur Immunisierung.

Pockenimpfung mit einer speziellen zweizackigen Nadel

Die Impfung erfolgte nicht wie üblich mit einer Injektionsspritze, sondern fand mit einer speziellen zweizackigen Nadel statt. Der Impfstoff wurde mit mehreren kleinen Stichen in die obere Hautschicht eingebracht, was eine kleine blutende Wunde verursachte. Nach rund vier Tagen entstand an der Injektionsstelle ein juckendes Bläschen, das mit Eiter gefüllt war und nässte. Nach der Austrocknung fiel es ab - alles was zurück blieb, ist eine für die Pockenimpfung typische Narbe.

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